Der größte Berg der Vojvodina bietet zahlreiche Attraktionen und Unterhaltungsmöglichkeiten.
Den Namen der Wojwodina verbinden die meisten mit unendlichen Ackerflächen, mit dem Flachland und der Tiefebene. Diejenigen, die einige Kenntnisse über dieser Region haben, wissen schon, daß das flache Gebiet durch die Bergen von Fruška Gora [Tarcal auf Ungarisch] bei Novi Sad unterbrochen ist. Nur wenige wissen aber, daß der höchste Punkt der Wojwodina das Vršac Gebirge ist, das sich wie eine Insel im südöstlichen Teil von Bánat von dem Flachland abhebt. 85 km nordöstlich von Belgrad und 14 km westlich der rumänischen Grenze erstreckt sich die Stadt Vršac [Versec auf Ungarisch, Werschetz auf Deutsch] bis zum Fuß des Berges, und ihre Vororte schleichen sich bis zu den Hügeln hinauf.
Die Stadt wird vom Turm in Vršac bewacht, der der einzig erhaltene Teil der ehemaligen Festung ist, und Weinberge decken die sonnigen Hänge um den Turm. Auf dem 4.500 Meter hohen Gebirge kann man auf mehreren markierten Wanderwegen schöne Ausflüge machen. Diese Wege sind dank den Informationschildern leicht zu finden. Eine der schönsten Rund-Wanderungen auf diesen Wegen liegt entlang der Steinsäulen zwischen der Heilig-Kreuz-Kapelle und dem Turm, oder der Weg, der zum 641 Meter hohen Kudrici-Dach führt, das der höhste Punkt des Gebirges und der ganzen Wojwodina ist. Ein schmaler asphaltierte Weg führt fast bis zum Turm, man muß nur einige Schritte auf einem Feldweg machen. Neben den Wanderwegen gibt es mehrere Camping- und Rastplätze.

Man weiß nicht genau, wann der Turm erbaut wurde, aber man kann annehmen, dass im 13. Jahrhundert König Sigismund hat ihn, wie die meißten Burgen in Südungarn, bauen lassen. Er sollte die türkischen Invasionen abwehren. Der stummelhafte Turm ist 399 Meter hoch. In den letzten Jahren wurde er überdacht. Den Turm kann man besichtigen, in ihm finden viele Austellungen statt. Von dem Turm kann man ein atemberaubendes Panorama genießen und die endlosen Landschaften der Großen Tiefebene – Norden, Westen und Süden – und die Weinberge, die den Berg zu brechen scheinen, betrachten.
Die Stadt, die Weinberge und der Weinbau waren während der Geschichte eng miteinander verbunden. Die Stadt wurde nach der türkischen Herrschaft zum Bezirkssitz von Temesi Bánság. Um1717 wurden hier Deutsche angesiedelt, die sich alle mit Weinbau beschäftigten und dann begann die Wirtschaft von Vršac zu blühen. So begann im 18. Jahrhundert die Stadt sich zu entwickeln, wurde die erste Schule, die Apotheke und das Postamt erbaut. Im Jahr 1880 gründete Bernard Staub, ein Schweizer Händler, die Kellerei „Helvécia”; seine Weine haben diese Region in ganz Europa bekannt gemacht. Die Weinregion Vršac war eine der berühmtesten Weinregionen der ehemaligen österreichisch-ungarischen Monarchie. Jedes Jahr im September findet in der Stadt ein großes Weinlesefest statt.

Derzeit ist Vršac die größte Weinregion des Landes mit etwa 2000 Hektar Rebfläche. In der Stadt warten unzählige Weinkeller auf Besucher. Im örtlichen Touristbüro kann man sich eine Karte mit den genau gekennzeichneten Weingütern besorgen. Es lohnt sich, sie zu besuchen, denn die hundert Jahre alten Häuser, die Weinkeller, haben den köstlichsten Trank, den man an den Eichentischen genießen kann.
