Ornithologen, die Adleraugen haben, können unzählige Vogelarten beobachten: einheimische Vögel oder Zugvögel, riesige oder winzige, auf Wasser oder Land lebende Vögel.
Vom Ureinwohner bis zum Touristen, vom Kolossalen bis zum Winzigen, vom Wasservogel bis zum Steppenvogel kann der scharfäugige Ornithologe auf zahlreiche, und in vielen Fällen bis heute unzählige Vögel treffen. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit haben wir fünf Orte zusammengestellt, die für jeden vogelliebenden Besucher oder Vogelkundler, der nach Vojvodina kommt, besonders empfohlen werden.
Császár-tó

Nur 17 Kilometer von Großbetschkerek entfernt, zwischen den Flüssen Theiß und Bega, erstreckt sich eines der größten Vogelschutzgebiete Europas, der Kaiserteich. Die collageartige Vielfalt seiner charakteristischen nassen, grasbewachsenen und bewaldeten Gebiete zieht nicht nur begeisterte Ornithologen an den Begakanal. In den Wintermonaten halten sich hier 30.000 Wasservögel auf und können sicherlich mit der Aufmerksamkeit der Vogelbeobachter rechnen. Am Lebensraum der Rothalstaucher und Sumpfrohrsänger kann man bei glücklicher Zeitwahl auch auf durchziehende Vogelarten wie den Rostgans, Zwergscharbe, Wachtelkönig oder die Sichlerente treffen.
Ludasi-tó

12 Kilometer östlich von Subotica erstreckt sich mit seinen wasserreichen, wiesen- und steppenartigen Lebensräumen der Ludas-See. Der See und das Schilf stehen seit 1955 unter Schutz, und seit 1994 gehört auch das umliegende Acht-Hundert-Hektar-Gebiet zum Verzeichnis der Ramsar-Konvention zum Erhalt von Feuchtgebieten. Das Gebiet, zu dem unter anderem die Selevényi-Sandwüste gehört, bietet mit seinen einzigartigen Feuchtgebieten und der dort vorhandenen Biodiversität einen hervorragenden Lebensraum für Seidenreiher, Bartmeisen, Purpurreiher oder Zwergdommeln. Die Veranstalter erwarten begeisterte Vogelfreunde von April bis September.
Sóskopó

Wenn es so etwas wie Gesundheitstourismus für Vögel gäbe, könnte man den Sóskút als ein angenehmes Wellness-Hotel betrachten. Dieser Ort von großer Bedeutung als Rast-, Futter- und Übernachtungsplatz ist einer der bedeutendsten Vogelfindungsorte in Serbien, wo während der Herbstmigration an einigen Tagen bis zu 17.000 Kraniche gezählt werden können. Darüber hinaus machen auch Tausende von Gänsen und Enten in dem zeitweise austrocknenden Salzsumpf halt. In diesem Gebiet, das in einem ehemaligen Flussarm der Theiß entstanden ist, ist die Jagd verboten. Hier können die Vögel leicht Nahrung finden und dank der günstigen geographischen Lage beherbergt dieses relativ kleine Reservat etwa 220 Vogelarten, von denen etwa 80 brüten. Ähnlich wie der Ludas-See steht auch der Sóskút unter dem Schutz der Ramsar-Konvention.
Fruška gora

Für die wahren Entdecker und Abenteurer ist der Fruška gora (Tarcal-Gebirge) aufgrund seiner wunderschönen Landschaften auch als das Juwel der Vojvodina bekannt. Dieses relativ niedrige Faltengebirge kann sich mit vielen Tieren und Pflanzen rühmen, die weltweit einzigartig sind. Dies verdankt es seinem früheren Inselcharakter, denn es erhob sich vor Millionen von Jahren aus dem alles überflutenden Pannonischen Meer, ähnlich wie der Mecsek oder das Villányer Gebirge in Ungarn. Vom gefleckten Salamander bis zur Kreuzotter, von der Wildkatze bis zum Rothirsch, über eine Vielzahl von Fledermausarten hinweg, kann man mit Hilfe eines guten Wanderführers sogar auf eines der drei Steppenadlerpaare treffen, deren Nester und Umgebung kürzlich unter den strengsten Schutz gestellt wurden. Unter den mehr als zweihundert Vogelarten, die im Tarcal-Gebirge leben, brüten hier auch Falken, Bussarde und Adler. Kronprinz Rudolf entdeckte hier bereits in den 1870er Jahren den Mönchsgeier, seitdem wurde dieser Vogel zu den schnell verschwindenden Arten gezählt und steht unter strengem Schutz.
Holt-Tisza

Unter den Orten auf unserer Liste kann die Perleninsel wahrscheinlich die exotischste Tierwelt aufweisen. Dieser 391 Hektar große Altarm der Theiß befindet sich 6 km östlich von Bácsföldvár und 5 km südwestlich von Törökbecse. Er zählt zu den streng geschützten Naturschutzgebieten, mit zahlreichen Pflanzenseltenheiten und Reliktarten, die geschützt sind, sowie mehreren Fischarten, auf die die Bestimmungen des Berner Übereinkommens Anwendung finden. Von den hier lebenden 166 Vogelarten sind 87 geschützt, einige davon gehören zu den weltweit am meisten gefährdeten Vogelarten. Der Zwergscharbe, die Moorente oder der Seeadler gelten nicht nur im Land als Seltenheiten, sondern gehören auch weltweit zu den am stärksten geschützten Arten, doch auch der Uhu, der Wiedehopf oder der Blaukehlchen sind in dieser Gegend keine Seltenheit. Und woher kommt der Name? Der Legende nach wuchsen einst entlang des Toten Theiß, zumindest in dieser Gegend, so große Kürbisse, dass sie im Mondlicht wie Perlen aussahen. Viele, viele Perlen.
