Viele gehen ihr ganzes Leben lang fischen, ohne zu wissen, dass es nicht der Fisch ist, hinter dem sie her sind.
(Henry David Thoreau)

 

 

In der Vojvodina gibt es viele Feuchtgebiete, Augebiete, Sumpfgebiete und auch Fließgewässergebiete. Wir haben uns bemüht die interessantesten Angelgebiete auszuwählen, aber natürlich gibt es auch zahlreiche andere Angelplätze und nicht nur die fünf, die wir hier aufgezählt haben.

 

 

Ečka

 

Photo by: Ribnjak Ečka

 

Die größte Fischzucht in der Vojvodina, Ecka, die auf mehr als 2000 Hektar Fläche liegt, wurde am 1. Januar 1907 als eine der größten Karpfenteichwirtschaften in Betrieb genommen. Bei der Entstehung der Fischzucht spielte die Regulierung des Flusses Bega eine große Rolle. Nach seiner Regulierung wurde das Angeln unmöglich und infolgedessen bekam das Herrschaftsgebiet Ecka eine erhebliche Entschädigung. Mit diesem Geld kaufte man eine kreisformige Pumpe, mit der das Wasser des größten Sees, des Weißen Sees ohne Probleme in die Bega einfließen kann. Diejenigen die Amure(Graßkarpfen,Silberkarpfen,Schleie,Barben oder den Zander lieben, können hier mit einem guten Fang rechnen, aber die meist verbreitete Beute ist immer noch der Karpfen. Die Angler können vor allem eineinhalb-zweieinhalb Kilo Exemplaren erwarten.

 

 

Đerdap (das Eiserne Tor)

 

Photo by: Irene Becker

 

Es ist nicht bekannt, seit wann Menschen in der Gegend des Đerdaps leben, aber die bisheringen Funde zeigen, dass vor mehr als achttausend Jahre die Ureinwohner der Pannonia hier lebten. Archäologen nennen diese Ära die Glanzperiode der Gegend. Die Donau beeinträchtigte die Sitten und die Religion der frühen neolithischen Einwohner, die runde Steine bearbeiteten und dann aus ihnen menschliche Gesichter oder Fischköpfe schnitzten. Laut Archäologen könnten diese heiligen Steine die letzten Fragmente einer fremden Glaubenswelt sein, die uns hinterlassen wurden. In dieser Zeit schwammen die riesengroßen Störe noch frei aus dem Schwarzen Meer hoch. Der Bekannteste war zweifellos der europäische Hausen(Huso Huso oder Belugastör genannt), sein Knochenbau entsprach dem Knochenbau eines Büffels. Heute sind die Fischbestände im mittleren Teil der Donau in einigen Jahren um dreißig Prozent gesunken. Hechte und Welse beißen nur noch auf Hacken und Zander gelten bereits als gefährdete Arten.

 

 

Zasavica

 

Photo by: Zasavica

 

Dieses spezielle Naturreservat wird allgemein auch als überflutetes Paradies bezeichnet. Aufgrund seiner Vogelwelt, Wasser-und Moortierwelt ist es eines der wichtigsten Naturschutzgebiete in der Vojvodina. Die hier lebenden Menschen betrachten den Fluss schon lange als Sumpf, die sich im Überschwemmungsgebiet der Sava und der Drina befindet. Die Experten waren sich lange nicht einig darüber, zu welchem Flussbett der “kleine Bruder” gehört. Nach allgemeiner Auffassung eigentlich zu beiden. Unter den zahlreichen Fischarten ist die Umbra,die auch das Symbol des Reservates ist, am bedeutendsten. Diese Fischart nennt man auch Hundsfisch oder Froschfisch. Er ist in ganz Europa sehr selten und ist mit dem Schrumpfen der Moore, seinem Lebensraum, in das rote Buch der gefährdeten Arten gekommen.

Im Reservat gibt es einen zwanzig Kilometer langen Teil, der ausschließlich zum Karpfenangeln genutzt werden kann. Das andere Gelände, überwachsen von Wäldern und Schilf, ist aufgrund seiner reichen Tierwelt ein wahres Paradies für Naturliebhaber. Auf einigen Teilen des Flusses kann man eine kleine Schifffahrt machen, das ein wahres Erlebnis ist. Die Tour kann ohne den Verzehr der lokalen Leckerei, dem gegrillten Fisch, auf keinen Fall ein Ende nehmen.

 

 

Das Biosphärengebiet des Donau-Tieflands Batschka (Bačka)

 

Photo by: Kovács Szilárd

 

Das Buch „Hunderte Wunder der Vojvodina” nennt das Gebiet an der nordwestlichen Grenze mit Altarmen, Kanälen, Sümpfen und Wiesen das letzte Paradies. Diese Kavalkade hat günstige Bedingungen für die Herausbildung der seltenen Flora und des reichen Wildbestandes geschaffen. Hier ist der größte Laichplatz der Donau für Fische. Bis heute wurden 51 Fischarten nachgewiesen; zwischen den Donaufischen finden wir hier Fische wie den Sterlet oder die Quappe, in den Altarmen ist der Hecht der König. Die Bewohner der umliegenden Dörfer interagieren schon seit Jahrhunderten mit der Donau und mit ihrer Laune. Es lohnt sich auch die Heimatmuseen in Bezdan und in Kupusina aufzusuchen, ihre einzigartigen Trachten zu bewundern, sich im Schatten der Schilfhütten abzukühlen oder sich in eines der bekannten Kulturdenkmäler in Bački Monoštor zu vertiefen. Die Obere Donau ist ein hervorragendes Beispiel für das Zusammenleben von Natur und Mensch und ein Muss für Liebhaber verborgener Schätze.

 

 

Die Theiß

 

Photo by: Kovács Szilárd

 

– Hei, Fischer, Fischer,

Wohin fährt euer Schiff?

– Nach Törökkanizsa,

Das Wasser bringt es flußabwärts.

In der Fortsetzung des Volksliedes, erfahren wird, dass diese Fischer nichts anderes als Rotfeder gefangen haben. Aber was beißt heutzutage an den Hacken? In unserem Land gibt es vierunddreißig einheimische Fischarten, die Hälfte davon stellt die „Bevölkerung” der Theiß dar. Unter ihnen sind Karpfenarten in überwiegender Mehrheit, gefolgt von ihnen mit großem Mengenunterschied sind Baß-und Störarten, aber wir können auch gelegentlich schwarzmundgrundel-, steinbeißer- und forellenartigen Fischen begegnen. In der Vojvodina wurde die Herausbildung der Fischfauna im unteren Teil der Theiß durch die Flussregulierung im 19. Jahrhundert beeinflusst. Nach der Regulierung wurden sieben Fischarten in die grundlegend veränderte Theiß besiedelt, die auf eigene Art die Tierwelt der Theiß verändert haben. Unter den vielen Angelwettbewerben ist eines der authentischsten der „Aranykuttyogtató harcsafogó verseny„ (Angelwettbewerb – Welsfang mit Wallerholzklopftechnik)in Kanjiža. Das Klopfen mit dem Wallerholz, um die Fische anzulocken wurde in unserer Gegend Jahrtausenden angewandt, ist aber, außer in Kanjiza bei diesem Wettbewerb, in ganz Serbien illegal. So müssen die leidenschaftlichen Sportangler sich mit verbreiteteren Formen zufriedenstellen.