Das Bad Palić widerspiegelt, mit seiner Jugendstilarchitektur und seinen historischen Sportveranstaltungen, die Atmosphäre der österreichisch-ungarischen Monarchie.
Der Palić-See und die gleichnamige Siedlung befinden sich 8 km von Subotica, 3 km südlich von Ungarn. Das Dorf, das hauptsächlich von Ungarn bewohnt wird, hat fast 8.000 Einwohner. Seine erste schriftliche Erwähnung mit dem Namen Paly stammt aus dem Jahr 1462, als König Matthias (Mátyás király) seiner Mutter die Palij-Puszta schenkte. Die aus der Puszta entstandene Siedlung, hieß Pálegyháza, die später in Palić umbenannt wurde.
Der Legende nach wurde der See durch die Tränen eines Hirten namens Paul geschaffen, der seine Schafe im Tal weidete, bis sie in einer Nacht verschwanden. Dann begann er bitterlich zu weinen, und aus den Tränen sammelte sich das Wasser des Sees.
Der Palić-See ist aus Quellwasser entstanden, wurde aber aufgrund seines Salzwassers auch als Überrest des pannonischen Meeres bezeichnet. Der Grund dafür ist, dass das meiste Wasser aus den Niederschlägen des Tales stammt. Das Wasser hat aus den umliegenden Gebieten das Natriumchlorid ausgewaschen und wurde salzig.

Die Siedlung begann Mitte des 19. Jahrhunderts zu wachsen, als man die heilende Wirkung des Sees und des Schlammes entdeckte. Ihren Secessionsstil bekam sie Anfang der 1900er Jahre. Der Wasserturm, die Grosse Terrasse und der Frauenstrand wurden anhand der Entwürfe des Tandems Komor Marcell und Jakab Dezső, Meister des ungarischen Jugendstiles, erbaut. Das natürliche Ökosystem des Sees hat sich aufgrund des Schlammes verändert, sodass es heute nicht zum Baden geeignet ist, aber die Sehenswürdigkeiten spiegeln die vergangene Stimmung der einst blühenden Kurstadt der Monarchie wider.
Der mit Folklorelementen dekorierte Wasserturm wurde 1912 übergeben und diente auch als Haltestelle der Straßenbahn von Subotica, die sogar bis 1972 die Reisenden zum beliebten Kurort brachte. Die Besucher konnten so weiter zur Großen Terrasse oder zum Seeufer gehen.
Der Große Park, der sich auf 19 Hektar Fläche befindet, erstreckt sich vom Wasserturm bis zum Seeufer. Im 19. Jahrhundert begann man sie nach Muster der englischen Parks zu bepflanzen und so erhielt er einen Barockstil.
Die Große Terrasse wurde 1912 feierlich eröffnet. Das Obergeschoss war ein üppiger Ballsaal, im Erdgeschoss gab es ein Restaurant und eine Konditorei. Die Vorderseite des Gebäudes, die auf den See blickt, kennzeichnen zwei große, offene Terrassen, geprägt durch verzierten Holzzaun im Stil der ungarischen Sezession. Es wird angenommen, dass nach London das zweite Tennisspiel der Welt, dass in einem Gebäude gespielt wurde, im Ballsaal der Großen Halle stattfand.

Vor der Großen Terrasse wurde gleichzeitig auch das kleinste Jugendstilgebäude, der Musikpavillon, errichtet. Es war schon immer der Ort für Konzerte im Freien und diese Tradition ist noch bis heute geblieben. In der Nähe befindet sich der Gedenkbrunnen, der zu Ehren der Fertigstellung der sezessionistischen Gebäude in Palić errichtet wurde. Auf ihr standen ursprünglich die Worte von Kosztolányi Dezső. Es ist reich an dekorativen Elementen, die an traditionelle Volkskunst erinnern. Das Bauwerk sollte die badenden Frauen vor neugierigen Blicken schützen.
Die Villa Lujza ist ein eklektisches Gebäude, das Ende des 19. Jahrhunderts erbaut wurde. Die gelben Wände und die gelb-grünen Zsolnay Keramikfliesen spiegeln die Atmosphäre der schweizer Villen wider. Früher war sie ein Kasino “mit schlechtem Ruf”, heute dient sie als Hotel.

Bogojvar ist ein Symbol des heutigen Palić. Das Gebäude wurde im Stil der schweizer Villen erbaut und mit bunten Zsolnay Keramikfliesen dekoriert. Sie wurde von Lajos Vermes gebaut. Er war kaum 20 Jahre alt, als er die ersten Olympischen Spiele von Palić organisierte, die die Sportgeschichte als Vorläufer der modernen Olympischen Spiele hält. Bogojvar gilt als erstes olympische Dorf, da Lajos Vermes Athleten dort beherbergte. 1884 baute er den Radweg von Palić, der zu dieser Zeit die drittlängste Rennstrecke Europas war und die einzige im Lande. Neben Bogojvar wurde 1995 eine Vermes-Statue errichtet.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Große (Männer)Strand am Ostufer des Sees gebaut, der zu dieser Zeit das größte Gebäude für solche Zwecke in ganz Jugoslawien war.
Nach dem Zweiten Weltkrieg hat 1950 der Zoo in Palić seine Tore geöffnet.
In den 60er Jahren des XX.Jahrhunderts wurde das Sportzentrum mit Fußball-, Volleyball-, Basketball- und Handballplätzen gegründet. Am Ostufer wurde eine Feriensiedlung erbaut, wo auch mehrere Unternehmen von Subotica Ferienhäuser für den Urlaub ihrer Angestellten gebaut haben.
