Harmonien, die einem Brei ähneln, verzweigte Pflanzenmotive, Symmetrien, die entdeckt werden sollten, ein architektonischer Jazz… dass alles ist mit einem Wort die Secession – der neue Stil, der Ende des XIX.Jahrhunderts und Anfang des XX. Jahrhunderts durch die schnelle Urbanisierung, durch Industrialisierung und Dank der schnell wechselnden Gesellschaft entstanden ist. Sie hat ihre Spuren auf all ihren Künsten und Bereichen des modernen Lebens hinterlassen. Sie ist nicht nur Kunst, sondern auch ein Lebensstil.

 

Photo by: Szeged Tourism

 

Den Beginn der Fortschritte der Secession in Subotica haben wir Ödön Lechner und Gyula Pártos zu verdanken, den Gründern des Museums für angewandte Kunst in Budapest. Der neue Stil hat im Jahr 1893 mit dem Bau des Leovits Palastes begonnen Raum zu erobern. Solange im Zentrum der meisten europäischen Städte sich ein Dom oder eine Kirche befindet, erhebt sich dagegen in Subotica der Turm des Rathauses über die Stadt. Das Gebäude haben die beiden Architekturen Marcell Komor und Dezső Jakab aus Budapest entworfen. Die Dekoration im Secessionsstil wurde mit der romantischen Interpretation der ungarischen Volkskunst bereichert. Wenn wir seine Säle und Gänge besichtigen, können wir schnell die Zeit vergessen, denn es gibt unzählige Details in diesem künstlerischem Schatz, die wir bewundern können. Gegenüber des Bahnhofs befindet sich der Raichle-Palast, der nur sehr schwer nicht zu bemerken ist. Diese außergewöhnliche Schöpfung der ungarischen Secession hat sich der Architekt ohne Mäzen erträumt und hat diesbezüglich alle Ausgaben auf sich genommen. Er konnte den Edelstein seiner Kunst nicht lange genießen, denn er verlor wegen materieller Schwierigkeiten sein zu Hause. Die Synagoge, der Raichle Palast, die ehemalige Volks-und Geschäftsbank, das Hotel ”Arany Bárány”, die städtische Villa, das Sonnenberghaus oder das Dömötör Miksa-Haus, (heute das Stadtmuseum) haben alle dazu beigetragen, dass aus der zurückgebliebenen Stadt, die Kosztolányi Dezső in seinem Roman eine zurückgebliebene Stadt genannt hat, sich die heutige moderne Stadt Subotica entwickelt hat.

 

 

Photo by: Wikimedia: Gojko Gavrilo

 

Palić ist nur acht Kilometer von Subotica entfernt und zählte Ende des 19. Jahrhunderts zu einem beliebten Kurort und Ferienort. Der Kurort verlangte Anfang des 20. Jahhunderts eine Erweiterung und eine Renovierung, da das Interesse der Kurbesucher stets in großer Zahl bestand. Die Arbeit vertraute man den Stararchitekten Marcell Komor und Dezső Jakab an, die ihr Können schon mit der Planung des Rathauses von Subotica und der Synagoge bewiesen haben. Das Tandem hat die rießige Arbeit im Rahmen der Secession und durch die Unterstützung der Jugend angefangen. Die Früchte ihrer Arbeit können all diejenigen die Palić besuchen sogar noch heute genießen. Zur Inspiration der Gebäude dienten die ungarische Secession und die transsylvanische Volkskunst. Jedes Gebäude ist anders, aber die Materialauswahl, die Konstruktion und das Rot von Palić verbindet sie dennoch. Der Baukomplex wurde schließlich 1912 übergeben, hierzu gehören der Wasserturm, die Große Terrasse, das Frauenbad, der Musikpavillon und der Gedenkbrunnen. Im Laufe der Zeit sind alle Gebäude das Symbol von Palic geworden und ziehen sogar noch nach hundert Jahren Menschen an, die Erholung und Spaß suchen.

 

 

Photo by: Aleksandar Milutinović

 

Bei langen Spaziergängen durch der Hauptstadt der Vojvodina verfolgen uns überall, wohin wir gehen, divergente Verzweigungen von Baumhorn Lipo. Nach der Besichtigung des Baukomplexes der Synagoge empfehlen wir Ihnen unter dem Gebäude des Palastes von József Menráth ruhig einen Kaffee zu genießen, weiterhin im Zentrum auf der linken Seite das zweistöckige Eckgebäude der ehemaligen Sparkasse im Wiener Secessionsstil zu besichtigen, sowie sich am Gebäude „Das Haus des Eisenmannes” zu weiden, dass anhand der Pläne von Béla Peklo erbaut wurde. Danach können wir in der Festung Petrovaradin eine nicht alltägliche Möbelausstellung im Secessionsstil besichtigen, die vor allem der Erbschaft der Opernsängerin Melanija Bugarović aus Novi Sad zu verdanken ist.

 

 

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Diese charakteristische kleine flachländliche Stadt, die reich an Kultur ist, ist in vielen Dingen mit den Städten Subotica oder Szeged zu vergleichen. Die Stadt Sombor hat das Kommen der Secesion schon mit ausgeprägten architektonischen Merkmalen erwartet, hat sich aber dennoch keinesfalls von dieser neuen Welle verschlossen. Im Gegensatz zu den bisher aufgezählten Städten sind hier die Leitbilder der Stadt keine gigantischen Gebäude. Die Besucher erwartet hier keine pompöse Pracht der ungarischen Secession, sondern eher eine moderate Version frei von Übertriebenheit. Eine Ausnahme stellt das im Jahre 1906 erbaute Gebäude dar, dass heute der Musikschule Raum bietet, denn der Weidinger Palast und auch der Konjovic Palast zeigen bereits klare Linien, die ein Prachtbeispiel der Geometrie darstellen. Das Volkskino wurde 1914 als erster Botschafter einer neuen Ära erbaut, denn schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte der gebürtigen Ernő Bosnyák die Vison Sombor zur Filmfabrik zu machen. Die Stadt gewährte jedoch nicht nur architektonischen Meisterwerken ein zu Hause, sondern auch einige ausgezeichneten Schriftstellern, wie auch János Herceg und Mihály Majtényi. In der Stadt können wir noch heute den Geist ihres Schaffen und ihrer Literatur spüren.

 

 

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Die Geschichte der Stadt in der Region Banat, die man auch das Herz Banats nennt, ist auch mit der Vertreibung der Türken und der Entwässerung der Feuchtgebiete verbunden. Der Kern der Stadt ist auf den Halbinseln und Inseln der Bega entstanden, sodass Zrenjanin dem Fluss viel zu verdanken hat. Das Stadtzentrum ist in seiner alten Form erhalten, die Hauptstraße gab es schon 1716 und die ganze Stadt wurde um sie gebaut. Jedes Haus hütet unzählige Geschichten und ist auch ein Denkmal der Kultur. Das Ornament der Hauptstraße, das Rathaus, wurde 1820 nach Plänen von József Fischer gebaut. Seine Fassade wurde jedoch von Gyula Pártos und Ödön Lechner in neobarocken Stil gestaltet. Der Neobarock blieb auch später noch eines der vorherrschenden Stile Zrenjanins. Den Unterschied zu anderen Stilen gab ihm die Kombination mit der Secession dar. Das Bencze-Haus war das erste moderne Handelszentrum in der Stadt. Es war ein Modell für seine Anhänger, denn die architektonische Lösung war auf die kommerzielle Funktion des Gebäudes zugeschnitten. Auch Lazar Dunđerski, der die alte Brauerei im Geiste der Secession modernisiert und erweitert hat, schloss sich diesem Konzept an. Wer nach Zrenjanin kommt, sollte keinesfalls das Haus Seherezad auslassen! Dieses fabelhafte Haus wurde von István Bartha aus Timisoara geplant und von Teodor Tuner, dem Besitzer einer bekannten Steinhauerwerkstatt in Zrenjanin, 1900 für kommerzielle und geschäftliche Zwecke erbaut. Es ist eines der interessantesten Secessionsgebäude, das angesehen seines Stils auch den Geist der Romantik trägt.